Beratungsgespräch vereinbaren
Grundlagen

Zhaga Book 18 und D4i für die Straßenbeleuchtung erklärt

Zhaga Book 18 und D4i sind zwei unterschiedliche Bausteine, die zusammen die Nachrüstbarkeit einer Straßenleuchte ausmachen. Zhaga Book 18 beschreibt die mechanische und elektrische Schnittstelle an der Leuchte, auf die ein Aufsteckmodul passt. D4i beschreibt auf der Grundlage von DALI-2, wie Treiber und Sensormodul digital miteinander sprechen und welche Daten dabei bereitstehen. Erst beide zusammen ergeben eine Leuchte, an der ein Node ohne Umbau sitzen kann und die dann auch verwertbare Betriebsdaten liefert. Die Produkte von ENVIOTECH sind kompatibel mit Zhaga Book 18 & D4i.

  • Zhaga Book 18: Schnittstelle und Passform
  • D4i: digitale Treiber- und Sensordaten
  • Beides prüfen, nicht eines annehmen
  • ENVIOTECH: kompatibel mit Zhaga Book 18 & D4i
Entwickelt in Deutschland · Daten in Deutschland · Support aus Deutschland

Zhaga Book 18: die Schnittstelle am Leuchtenkopf

Zhaga ist ein Industriekonsortium, das Schnittstellen für Beleuchtungskomponenten spezifiziert. Book 18 beschreibt die Schnittstelle für Aufsteckmodule an Außenleuchten, also Maße, Steckverbindung und Abdichtung. Der praktische Sinn ist Austauschbarkeit: Ein passendes Modul kann auf eine passende Leuchte gesetzt werden, ohne die Leuchte zu öffnen oder umzubauen.

Für eine Kommune ist das vor allem ein Beschaffungsargument. Eine Leuchte mit dieser Schnittstelle bleibt später erweiterbar, ohne sich auf ein einzelnes Steuerungsprodukt festzulegen. Umgekehrt heißt eine fehlende Schnittstelle nicht, dass Steuerung unmöglich ist, aber der Aufwand am Lichtpunkt steigt.

D4i: was digital über den Treiber läuft

D4i ist eine Zertifizierungsmarke der DALI Alliance und baut auf DALI-2 auf. Sie beschreibt unter anderem, dass der Treiber ein Aufsteckmodul mit Betriebsspannung versorgt, dass Geräte- und Betriebsdaten in standardisierter Form hinterlegt sind und dass diese Daten digital abgefragt werden können.

Praktisch relevant ist der letzte Punkt. Aus solchen Daten entstehen Auswertungen im Lichtmanagement, etwa zu Betriebsstunden, Energiewerten oder auffälligem Verhalten eines Lichtpunkts. Ohne digitale Treiberanbindung bleibt Steuerung möglich, die Datentiefe ist aber geringer.

Das Zusammenspiel, kurz gefasst

  • Zhaga ohne D4i: Das Modul passt mechanisch, der Treiber liefert aber keine standardisierten digitalen Daten. Steuerung ist möglich, die Diagnose bleibt begrenzt.
  • D4i ohne Zhaga: Der Treiber ist digital ansprechbar, es fehlt aber die genormte Aufsteckschnittstelle. Ein Node muss dann anders untergebracht werden.
  • Zhaga und D4i zusammen: Der Regelfall für einfache Nachrüstung: Das Modul passt, die Versorgung ist definiert und die Betriebsdaten stehen digital bereit.

Nachrüsten oder neue Leuchte: was die Spezifikationen dazu sagen

Die Spezifikationen entscheiden nicht über die Investition, sie machen die Entscheidung nur überprüfbar. Ist eine vorhandene LED-Leuchte in gutem Zustand und bietet sie die passende Schnittstelle, spricht das klar für die Nachrüstung mit einem Node. Fehlt die Schnittstelle oder ist der Bestand ohnehin am Ende seiner Nutzungsdauer, ist eine neue Leuchte mit dieser Vorbereitung die tragfähigere Lösung.

Deshalb prüfen wir vor jeder Empfehlung den konkreten Lichtpunkt und nicht die Datenblattlage im Allgemeinen. Ein Leuchtentyp kann über die Baujahre in mehreren Varianten verbaut worden sein.

Hinweis zur Formulierung in Unterlagen

In Beschaffungsunterlagen sollte klar getrennt werden zwischen einer geforderten Schnittstelle und einer geforderten Zertifizierung, denn beides bedeutet Unterschiedliches. Für unsere Produkte gilt die Aussage: kompatibel mit Zhaga Book 18 & D4i. Weitergehende Zertifizierungsaussagen machen wir nur, wenn sie belegt sind.

So prüfen Sie die Nachrüstbarkeit im Bestand

  • Leuchtentyp und Baujahr feststellen: Typenschild und Beschaffungsunterlagen geben den Ausgangspunkt, oft mit variantenabhängigen Unterschieden.
  • Aufsteckschnittstelle sichten: Ist eine vorbereitete Öffnung mit Abdeckung vorhanden, oder ist der Kopf durchgehend geschlossen?
  • Treiber prüfen: Datenblatt oder Aufdruck geben Hinweise darauf, ob eine digitale Ansteuerung vorgesehen ist.
  • Zustand bewerten: Optik, Dichtungen und Alter entscheiden mit, ob eine Nachrüstung überhaupt sinnvoll ist.
  • Stichprobe verifizieren: Eine Sichtprüfung an wenigen Lichtpunkten je Typ ersetzt viele Annahmen im weiteren Projekt.

Wie ENVIOTECH damit umgeht

Unsere Nodes sind für den Aufsatz auf entsprechend vorbereitete Leuchten ausgelegt und kompatibel mit Zhaga Book 18 & D4i. Die EnvioLux Systemleuchte ist von Beginn an so ausgeführt, dass Nodes aufgesetzt werden können, und wird in unserem Systemangebot immer mit Node und Anbindung an EnvioTerminal geliefert.

Für Bestände mit gemischten Leuchtentypen ist genau diese Offenheit der Punkt: Sie legen sich nicht auf einen Leuchtenhersteller fest, um steuerbar zu werden. Entwickelt in Deutschland, Daten in Deutschland, Support aus Deutschland.

Häufige Fragen zu Zhaga und D4i

Ist Zhaga Book 18 dasselbe wie D4i?
Nein. Book 18 beschreibt die Schnittstelle am Leuchtengehäuse, D4i die digitale Kommunikation und Datenbereitstellung über den Treiber. Beides ergänzt sich, ersetzt sich aber nicht.
Können wir auch ohne diese Vorbereitung steuern?
In vielen Fällen ja, der Aufwand am Lichtpunkt ist dann aber höher und die verfügbare Datentiefe geringer. Das prüfen wir je Leuchtentyp.
Wie sollten wir das in einer Ausschreibung formulieren?
Getrennt nach Schnittstelle, digitaler Ansteuerung und den benötigten Betriebsdaten, jeweils mit Bezug auf die projektspezifischen Anforderungen. Wir unterstützen bei der Formulierung technischer Anforderungen.
Sind ENVIOTECH-Produkte zertifiziert?
Wir nennen unsere Produkte kompatibel mit Zhaga Book 18 & D4i. Weitergehende Zertifizierungsaussagen treffen wir nur, wenn sie durch entsprechende Unterlagen belegt sind.